Webhosting oder eigener Server, was braucht mein Unternehmen?

Die Angebote für Homepage-Hosting der einzelnen Anbieter variieren stark. Das Schlimmste daran: Es gibt in diesem Geschäftsfeld kaum eindeutig definierte, konstant verwendete Begriffe. Beim Metzger wissen Sie ziemlich genau, was Ihnen eingepackt wird, wenn Sie „Ein Pfund Mett und einen Ring Fleischwurst“ bestellen, bei Hosting-Paketen sind die Begriffe sehr flexibel. Es reicht von „Small“, „WebCard“, „Profi“, „Business“, ,bis hin zu „mServer“ „vServer“ und „Premium-Server“. Doch was genau braucht Ihre Webseite, worauf sollten Sie achten? Wir versuchen uns mal an einer Erklärung.

Server, Hosting, vServer und Managed-Server – wer ist wer?

Fangen wir mal ganz unten in der Pyramide der Angebote an. Hosting bzw. Webhosting ist genau gesagt das, was alle diese Angebote auszeichnet. Bei einem Hosting-Angebot, bei dem Sie eine Webseite mit Ihrer Domain ins Internet bringen, liegen die Daten immer auf einem Server.

Ein Switch
Ein sogenannter Switch im Rechenzentrum verbindet einzelne Rechner zu gigantischen Rechennetzwerken, die gemeinsam für das Hosting vieler Kunden genutzt werden.

Soviel zum Basiswortschatz. Der Unterschied ist nun, dass Sie – bei einem klassischen Hosting – nicht einen eigenen „Rechner“ im Netzwerk des Anbieters haben, sondern mit mehreren anderen Kunden einen gemeinsamen Rechner/Server benutzen. Sie haben lediglich eine Art virtuelles Laufwerk, auf dem Ihre Daten liegen. Die Rechner-Leistung teilen sie sich mit anderen Kunden. Wie viele das im einzelnen sind, kann Ihnen selten jemand genau sagen. Es kann sein, dass es sich nur um 50 handelt, aber auch Lösungen mit bis zu 5000 Kunden pro Rechner sind möglich. Es ist meistens davon abhängig, wie groß die Rechenleistung dieser Server(-Netze) ausfällt. Für 90% der Webinhalte ist eine solche Lösung vollkommen ausreichend. Besser ist es, wenn Sie sich zudem eine eigene IP-Adresse reservieren lassen. So wird nach Außen Ihre seriöse Webseite nicht mit der gleichen Adresse wie eine Schmuddelseite auftauchen.

Virtuelle Server sind auch keine eigenen Rechner.

Der nächste Schritt der Evolution sind so genannte virtuelle Systeme. Bei diesen haben Sie zwar ein eigenes Betriebssystem und sind für alle server-relevanten Einstellungen selbst verantwortlich. Trotzdem handelt es sich physikalisch nicht um einen eigenen Rechner. Sie teilen sich wiederum die Strukturen eines größeren Rechners mit anderen Kunden. Jeder hat seine eigene IP, seine eigene Software und kann die Anderen nicht beeinflussen. Hier gilt bereits, dass sie über sehr gute Kenntnisse der Strukturen verfügen müssen, sonst haben Sie sich sehr schnell dank mangelnder oder fehlerhafter Updates eine riesige Sicherheitslücke, oder ein instabiles System eingefangen.
Um dies zu umgehen, kann man dann diesen Server als „Managed-System„, durch die Profis des Anbieters betreuen lassen. Sie kümmern sich in den meisten Angeboten jedoch nur um die sicherheitsrelevanten Updates. Für Einzel- und Indiviallösungen zahlen Sie drauf.

Endspurt und Endstufe:Ihr eigener dedizierter Server.
Server Rack, Dedizierte Server
Ein Server-Rack: Jedes der Segmente darin ein eigenständiger Rechner. Einer davon könnte Ihr dedizierter Server sein.

Jetzt haben Sie das, was sich Jeder unter einem Server vorstellt. Im Rechenzentrum des Betreibers steht ein ganzer Server – nur für Sie! In den meisten Angeboten mieten Sie diesen für einen bestimmten Zeitraum. Es kann aber sogar ein Kaufvertrag sein, so dass Ihnen die Hardware sogar wirklich gehört, was dann bedeutet Sie können mit Ablauf des Vertrages die Hardware behalten und sie in ein anderes Rechenzentrum einbauen lassen.

Achtung, Achtung: Es mag eine erstrebenswerte Lösung sein, wenn man wirklich weiß was man da macht. Für alle anderen heißt es: Finger weg. Zerstören Sie durch Ihre Eingriffe Teile der Hardware, oder diese werden durch den Verschleiß irgendwann unzuverlässig, so sind Sie für die Kosten des Austauschs verantwortlich. Ja, richtig. Sie bezahlen die neue CPU und die neue Festplatte selbst. Es ist ja schließlich Ihre. Ein einfaches Upgrade? Sie brauchen mehr Speicher? Bei einem virtuellen System kein Problem, da es nicht Ihre Kosten sind. Bei dedizierten System – Ihr Problem, Ihre Kosten. Vom Support mal ganz abgesehen. Es gibt hier Anbieter bei denen selbst das Neustarten durch einen der Techniker im Rechenzentrum direkt Geld kostet.

Auf den verwirrenden Inhalt kommt es an!

Das Problem ist nicht nur, dass die Bezeichnungen der Pakete munter fröhlich, ganz nach Gusto des Anbieters gewählt werden. Nein, auch bei Bestandteilen beziehungsweise Funktionen eines Hosting- oder Serverangebotes gibt es immer wieder abweichende Begriffe und kreative Ergüsse.

Am schwierigsten gestalten sich die Vergleiche aber aufgrund der Tatsache, dass hier keine Verpflichtung zur Angabe bestimmter Kriterien existiert. So kann der Anbieter einfach mit dem werben, mit dem er auch Punkten kann. Hat der Server einen Super-Arbeitsspeicher, dann erwähnt man dies ganz oben in Fettschrift. Andere Angaben, wie die Taktung der Prozessoren packt man dann lieber weiter nach unten oder verschweigt sie lieber gänzlich. Apropos, gerade diese durchaus wichtige Angabe der CPU-Taktung findet man bei den meisten Anbietern im Bereich der „Virtuellen Maschinen“ tatsächlich gar nicht. Man versteckt sich hinter Angaben wie „virtuelle Kerne“ und hofft, dass der Kunde sich denkt: „Ja klar sind zwei CPUs besser als nur eine. Oh… dann nehm ich gleich vier!„. Es mag zwar innerhalb der Angebote, eines Anbieters, eine nachvollziehbare Leistungssteigerung bei den verschiedenen Hosting-Modellen erkennbar sein. Will man jedoch einen Branchenvergleich über verschiedene Anbieter durchführen, dann muss man sich schon Fragen, ob die zwei CPUs von Anbieter A, genau so gut/schlecht sind, wie die von Anbieter B. Ohne eine verbindliche Taktungsangabe in Hertz werden wir es nie herausfinden.

Standards als Feature – Wir sind ja so begeistert.

Rechenzentrum
So sieht es in einem Rechenzentrum aus: Für gute Belüftung sorgen die Löcher im Boden und der Decke. Seit Jahren ein Standard…möchte man meinen.

Ebenfalls immer wieder beeindruckend ist es, wenn die Liste der Features schier endlos wird. Bei genauerem Betrachten finden sich dann im Bereich der Server-Angebote gerne Dinge wie Redundanzen, Unterbrechungsfreie Stromve
rsorgung und Klimaanlagen, als Bestandteile des Angebots vermarktet. Diese sind aber größtenteils einfache Standards der Branche; vieles ist zudem in der ISO-27001 für den Aufbau und Betrieb von Rechenzentren gefordert; kliman
eutraler oder klimafreundlicher Ausbau sind gesetzliche Bedingungen. Zum Beispiel die Bestimmungen der Bundesregierung im Rahmen des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms (IEKP). Diese Bestimmungen verlangen zunehmend höhere Standards zur Energie-Einsparung. Trotzdem werden Sie dem Kunden werbewirksam als gewisses Extra dargelegt.

Fazit – Kaufen Sie das, was sie wirklich brauchen!

Achten Sie bei Ihrem Kauf darauf, das Sie nur das kaufen, was sie wirklich benötigen. Für den Betrieb einer einfachen Firmenwebseite – auch wenn diese dank CMS und Formularen eine gewisse Dynamik erfordert, rechtfertigt keinen eigenen Server. Schon gar nicht, wenn Sie sich mit dem Betrieb eines Webservers bisher nur wenig beschäftigt haben. Unser ernst gemeinter Rat: Lassen Sie die Finger davon! Es ist komplizierter als Sie denken und man kann sich vieles davon nicht einfach mal – so nebenbei- anlesen.
Ein solides Hostingpaket ist in der Regel vollkommen ausreichend. Achten Sie darauf, dass Sie keine Begrenzung des Datentransfers(Traffic) haben , denn diese Praxis ist in den 1990iger Jahren normal gewesen, mittlerweile jedoch vollkommen unnötig.
Achten Sie auf die Möglichkeit, Ihr Paket bei Bedarf unkompliziert erweitern zu können. Egal ob sie mehr Speicher, mehr Datenbanken, oder mehr von allem brauchen. ein Upgrade sollte immer drin sein!

Schauen Sie sich doch gerne mal unsere Hosting-Pakete an, wir bieten kleinen und mittelständigen Unternehmen solide Webleistungen, mit modernen Standards. Das ganze mit kurzen Laufzeiten und Transparenz.

 

2 Gedanken zu „Webhosting oder eigener Server, was braucht mein Unternehmen?

  • 9. März 2017 um 12:44
    Permalink

    schöne ausfuehrungen. darf man mal nebenbei fragen auf was die seite hier läuft?
    und wenn man sich für einen server entschiedet, sollte es dann eine linux server sein?

    • 17. März 2017 um 17:54
      Permalink

      Hallo sodivel,

      aus Sicherheitsgründen können wir unsere Server-Konfiguration natürlich nicht preisgeben. Ich hoffe Sie haben dafür Verständnis. Ich kann Ihnen allerdings verraten, dass wir in unserem Unternehmen mehrere eigene Server betreiben. Diese stehen in großen Rechenzentren in Deutschland. Unser Hauptseite (diese hier) läuft zusammen mit anderen auf einem dieser Server.
      Sollten Sie weitere Fragen haben, beantworte ich Ihnen diese gerne.
      Besten Gruß
      Kevin Mummert

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